Gemeinschaftswohnprojekt realisieren

Hintergründe und Infos zu Gemeinschaftswohnprojekten.

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Heutzutage gibt es vielfältige Möglichkeiten wie das Wohnen im Alter gestaltet werden kann. Einer wachsenden Beliebtheit erfreuen sich gemeinschaftliche Wohnprojekte, bei denen mehrere Generationen gemeinsam unter einem Dach leben. Wie sich diese Wahlfamilie hinsichtlich der Altersstrukturen genau zusammensetzt, kann ganz unterschiedlich sein.

 

Neben der Entscheidung für ein bereits bestehendes Gemeinschaftswohnprojekt, kann auch ein eigenes Projekt gestartet werden. Im Wohnen.de Magazin informieren wir Sie dazu umfassend und geben Ihnen Tipps für die Realisierung eines eigenen Gemeinschaftswohnprojekts.

Ein eigenes Gemeinschaftswohnprojekt ins Leben rufen

Alt und Jung können von einander profitieren.

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Basis für den Start eines Gemeinschaftswohnprojekts ist es, gleichgesinnte Personen zu finden, mit denen man sich ein langfristiges Zusammenleben vorstellen kann. Hierbei kann es sich natürlich um Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis handeln, wobei Sie allerdings vorab genau abwägen sollten, ob Sie es wirklich im Alltag und in belastenden, schwierigen Situationen mit den jeweiligen Personen aushalten können. Bedenken Sie dabei auch, dass das zunehmende Alter dazu führen kann, dass Sie auf Hilfe von Ihren „Mitbewohnern“ angewiesen sind. Würden Sie sich dabei wohl fühlen, diese von Freunden / Bekannten in Anspruch zu nehmen?!

Grundsätzlich sollte für ein Gemeinschaftswohnprojekt die „Chemie“ zwischen allen Beteiligten stimmen. Darüber hinaus sollten sich im Idealfall die Lebensgewohnheiten ähneln. Außerdem sollten alle Beteiligten in der Lage sein, auch zeitweilig Störendes zu ertragen.

Planung des eigenen Wohnprojektes

Bevor Sie sich auf die Suche nach Mitstreitern für Ihr eigenes Gemeinschaftswohnprojekt machen, sollten Sie die Eckdaten Ihres Projektes definiert haben. Dazu sollten Sie Antworten auf einige Fragen finden:

  • Wie viele Personen soll die Gemeinschaft umfassen?
    Hierbei ist zu beachten, dass es in Gemeinschaften zu denen mehr als zehn Personen gehören, weniger häufig zu dauerhaften Zerwürfnissen kommt als in kleineren Gruppen. In einer größeren Gruppe ist einfach mehr Flexibilität möglich und nicht jede Person muss gleichemaßen gut mit jeder anderen Person auskommen. Hier besteht viel Raum zum Ausweichen und zur Auswahl von Kontakten, was allgemein auch einen gelasseneren Umgang mit Konflikten zur Folge hat.
  • Welche Altersstruktur schwebt Ihnen vor?
    Wollen Sie bevorzugt zusammen mit Gleichaltrigen wohnen oder streben ein Mehrgenerationenhaus an? Wo liegt für Sie die Altersgrenze nach unten (ggf. auch nach oben), wenn Sie mit Personen unterschiedlichen Alters zusammen wohnen wollen? Hätten Sie gerne Kinder mit kleinen Kindern in Ihrem Gemeinschaftswohnprojekt?
  • Wo soll sich das gemeinschaftliche Wohnen und Leben abspielen?
    Wollen Sie auf dem Land, in der Stadt oder auf dem Dorf leben? Was für eine Art von Immobilie schwebt Ihnen vor (Hof, Haus, Wohnung, Schloss…)?

Verschiedene Konzepte für gemeinschaftliches Wohnen

Die Organisation gemeinschaftlichen Wohnens kann ganz unterschiedlich gelöst werden:

  • Alle zusammen
    Hier verfügt niemand über eine abgeschlossene Wohneinheit. Auch der Lebensunterhalt wird bei einem derartigen Konzept oft aus einer gemeinsamen Haushaltskasse bestritten.
  • Jeder für sich
    Hier besitzt jeder bzw. jede Partei ein abgeschlossene Wohnung. Der Lebensunterhalt wird auch von jedem bzw. jeder Partei unabhängig bestritten.
  • Jeder für sich *plus
    Zusätzlich zu den abgeschlossenen Wohnungen stehen bei diesem Wohnkonzept noch gemeinschaftlich genutzte Bereiche oder zumindest ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung.

Alternativen zum eigenen Gemeinschaftswohnprojekt

Wenn Sie den Aufwand und die Mühen eines eigenen Projekts scheuen, aber dennoch stark an einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt interessiert sein sollten, empfiehlt sich der Besuch so genannter Wohnprojekttage. Wohnprojekttage werden üblicherweise in regelmäßigen Abständen in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln, München oder Dresden veranstaltet. Hier werden unter anderem informative Vorträge, Workshops und Projektbörsen angeboten, die sich unter anderem auch der Thematik des gemeinschaftlichen Wohnens widmen.

Unterstützung und weitere Informationen

Hilfe bei der Projektsuche oder bei der Suche nach Gleichgesinnten zur Gründung eines Gemeinschaftswohnprojekts bieten Ihnen die in vielen Städten ansässigen Seniorenbüros. Darüber hinaus können Sie sich an das „Forum für Gemeinschaftliches Wohnen e. V.“ wenden.
(Der Link führt zur Bundesvereinigung. Dort finden Sie weitere Informationen zu, ggf. in Ihrem Bundesland ansässigen Verein.)

Ergänzende Artikel im Wohnen.de Magazin:

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