Einbruchschutz bei Wohnungen

Einbrecher sicher aussperren: Einbruchschutz bei Wohnungen.

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt in Deutschland seit Jahren. Als Mieter oder Eigentümer einer Wohnung kann man einiges tun, um diese vor einem Einbruch zu schützen. Dazu sollte man sich zunächst mit den Schwachstellen auseinandersetzen und dann geeignete Maßnahmen ergreifen. Im Wohnen.de Magazin informieren wir Sie umfassend zum Einbruchschutz bei Wohnungen.

Auch, wenn viele glauben, dass Einbrecher in der Regel im Schutz der Dunkelheit zu Werke gehen, verhält es sich in der Realität genau andersherum: Die meisten Wohnungseinbrüche geschehen tagsüber, wenn die Bewohnerdie eigenen vier Wände verlassen haben.

Einbruchgefährdete Bereiche und Schwachstellen in Wohnungen

Besonders einbruchgefährdet sind große Wohnkomplexe mit vielen Parteien, die relativ anonym leben.

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Besonders beliebt bei Einbrechern sind Wohnungen, die zu großen Anlagen gehören. In derartigen Wohnkomplexen oder auch Wohnblöcken ist es oft so, dass jede Miet- bzw. Wohnpartei ein relativ anonymes Leben führt und nicht viel auf andere geachtet wird.

Ideal für Einbrecher sind große Wohnhäuser, in denen die Haustür häufig offen gelassen wird. Damit ist für ihn der erste Schritt zur Wohnungseingangstür getan.

Einbrecher halten sich ungern in Hausfluren auf, die viel und häufig frequentiert werden. Aus diesem Grund wird öfter in Wohnungen eingebrochen, deren Eingangstür sich am Ende eines langen Flurs befindet. Ebenfalls besonders einbruchgefährdet sind Einzelwohnungen im obersten Stockwerk eines Mehrparteienhauses, da der Einbrecher hier meist mit keinen bis sehr geringen Störungen zu rechnen hat.

So gelangen Einbrecher in die Wohnung - einbruchgefährdete Bereiche.

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Zu Wohnungen im Erdgeschoss verschaffen sich Einbrecher häufig Zutritt durch Bakontüren oder Fenster. Auch im ersten Stock steigen Diebe noch oft durch Fenster und Balkontüren ein. In höher gelegene Wohnungen wird in der Regel dann nur noch durch die Wohnungseingangstür eingebrochen.

Die sichere Wohnungseingangstür

Die Wohnungseingangstür, die auch als Wohnungsabschlusstür bezeichnet wird, ist also für den Wohnungseinbrecher meist der einzige Zugang. Aus diesem Grund sollte diese Tür besonders stabil sein. Die Stabilität ist der Tür jedoch nicht wirklich anzusehen.

In den Wohnbauten der 1950er und 1960er Jahren wurden vielfach Leichtbautüren montiert, bei denen zwischen zwei Deckschichten aus Furnier lediglich eine Pappwabe als Kern dient. Derartige Türen halten kaum etwas aus und können teilweise bereits durch einen beherzten Fußtritt oder einen kräftigen Hieb mit der Faust grundlegend beschädigt werden. Dementsprechend sind sie kein großes Hindernis für Einbrecher. Türen in Leichtbauweise mit einem Pappwaben-Kern sind nicht nur in den genannten Altbauten verbreitet, sondern vielfach auch in neueren Großwohnanlagen und in den Plattenbauten der neuen Bundesländer zu finden.

Wenn Sie unsicher sind, wie solide Ihre Wohnungtür ausfällt, können Sie diese einem ganz einfachen Test unterziehen: Hängen Sie die Tür aus und stellen Sie das Türblatt auf eine herkömmliche Personenwaage. Sollte das Gewicht Ihrer Tür unterhalb von 25 kg liegen, handelt es sich um ein „Leichtgewicht“, das höchstwahrscheinlich nicht wirklich Sicherheit bietet.

Die Einbruchsicherheit hängt nicht allein von der soliden Ausführung des Türblattes ab. Damit eine Wohnungseingangstür wirklich sicher ist, muss sie über die richtigen Schlösser und Beschläge verfügen.

Das Türschloss sollte einen Zylinder mit VdS-Kennzeichnung haben. Die Falle des Schlosses muss auf der Rahmenseite in ein Sicherheitsschließblech greifen. Das Sicherheitsschließblech sollte eine Stärke von mindestens drei Milimetern aufweisen und an mindestens zwei Stellen mit möglichst langen Schrauben sicher im Mauerwerk verankert sein. Weiterhin muss der Türschild bohrgeschützt und darf nicht von außen abschraubbar sein. Beim Schließzylinder ist auf einen bündigen Abschluss mit dem Türschild zu achten. Steht der Schließzylinder vor, kann er von außen vom Einbrecher mit einer Zange gepackt und abgedreht werden.

Idealerweise werden in Wohnungseingangstüren Schlösser mit Mehrfachverriegelung eingesetzt, wo nicht nur im mittleren Bereich des Türblattes eine Verankerung mit dem Rahmen erfolgt, sondern zusätzlich auch noch im oberen und unteren Bereich. Wenn Ihre Tür nicht über ein Schloss mit Mehrfachverriegelung verfügt, können Sie durch die Verwendung eines Querriegelschlosses (auch: Panzerschloss) sowie durch den Einsatz zusätzlicher Kastenschlösser für eine ausreichende Verstärkung sorgen.

Auch die Bandseite der Eingangstür sollte beim Einbruchschutz berücksichtigt werden. Dienen hier so genannte Einbohrbänder als Scharniere fällt dem Einbrecher das Aufhebeln der Tür in der Regel nicht schwer, da diese nur wenig Widerstand bieten. Sind nur schwache Scharniere an der Wohnungstür vorhanden, können Sie diese durch Hintergreifhaken verstärken, die sich bei geschlossener Tür in dafür vorgesehene Aussparungen im Türrahmen verankern.

Wenn Ihnen bei Prüfung Ihrer Wohnungseingangstür auch nur an einem der genannten Elemente (Türblatt, Schließzylinder und -blech, Türschild, Scharniere/Bänder) sicherheitsrelevante Mängel auffallen, sollten Sie nachbessern. Unter Umständen kann hier der vollständige Austausch der Tür gegen eine moderne Sicherheitstür der beste und günstigste Weg sein.

Einbruchsichere Fenster in der Wohnung

Einbrüche in Erdgeschoss-Wohnungen erfolgen oft durch das Fenster.

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Bei Wohnungseinbrüchen im Erdgeschoss dringen die Einbrecher – wie bereits erwähnt – oft durch ein Fenster in die Wohnung ein. Sind geeignete „Kletterhilfen“ am Haus vorhanden, kommt es darüber hinaus durchaus vor, dass auch noch bei einer Wohnung in einem höheren Stockwerk ein Einbruch durch das Fenster erfolgt. Aus diesem Grund sollten die Fenster der Wohnung genauso gut wie die Eingangstür gegen Einbrüche gesichert werden.

Zugang verschaffen sich die Einbrecher bei Fenstern meist durch Aufhebeln, wobei ein stabiler Schraubenzieher oder ein leichtes Brecheisen Verwendung findet. Um dieses Aufhebeln zu verhindern, sollten innen am Fenster Zusatzbeschläge angebracht werden. Wie beim Zylinder des Türschlosses sollten auch die Zusatzbeschläge zur Fenstersicherung eine VdS-Anerkennung aufweisen. Die Montage der Beschläge sollte einem Fachmann übernommen werden.

Mit abschließbaren Fenstergriffen können Sie dafür sorgen, dass Einbrecher nicht durch Einschlagen der Scheibe und anschließendes Betätigen des innenliegenden Griffes in die Wohnung gelangen.

Natürlich kann sich der Einbrecher auch durch Zerschlagen der kompletten Scheibe einen Eintrittsbereich in die Wohnung schaffen. Dieses kommt allerdings in der Praxis nur sehr selten vor. Diese potentielle Sicherheitslücke in der Wohnung zu schließen, wäre nur durch den Einsatz von bruchhemmendem Glas möglich. Eine kostspielige und aufwändige Angelegenheit, die außerdem oft aufgrund von Gewichtsproblematiken nicht bei bestehenden Fensterkonstruktionen angewendet werden kann.

Ergänzende Informationen im Internet:

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