Alles über Raumspartüren

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Der Bedarf an raumsparenden Gestaltungsmöglichkeiten in der Architektur betrifft nicht nur das Planen und Bauen im Bestand. Auch Neubauten, die auf schwierige Raumsituationen mit möglichst geringen Verkehrsräumen und -flächen reagieren müssen, benötigen zumeist raffinierte Planungskonzepte. Raumspartüren können in solchen Situationen helfen, schwierige Planungsaspekte zu lösen und Platz zu lassen für wichtigere Nutzungen.

Raumspartür – Eine Definition

Das Prinzip von Raumspartüren beschäftigt sich mit dem Umstand, dass eine „normale“ Schwingtür an einer bestimmten Stelle nicht eingesetzt werden kann. Dies kommt bei der Umgestaltung von Bestandsbauten häufig vor, wenn beispielsweise eine Dachschräge oder eine Wandfläche sich zu nah an der Türöffnung befindet. Mit verschiedenen Tricks wird versucht, problematische Situationen zu regeln.

Ausführungen und Anwendungsbereiche von Raumspartüren

© biroe – Fotolia.com

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Falttüren – Der Klassiker

Eine klassische Idee dazu ist die Nutzung von sogenannten Falttüren. Diese bestehen aus einzelnen, langen Lamellen, die miteinander flexibel verbunden sind. Um die Tür zu nutzen, wird sie mithilfe eines festen Griffes anstelle des üblichen Türdrückers auf eine schmale Stelle eingefaltet. Nützlich sind Falttüren als günstige Trennmöglichkeiten für Durchgangsräume, begehbare Kleiderschränke und andere „Nebenräume“, weil sie bezüglich Schallschutz und Sicherheit gewisse

Nachteile aufweisen. Doch aufgrund ihrer flexiblen Ausführung sind sie vergleichsweise leicht und eignen sich

deshalb gut als Raumtrenner für große Öffnungen oder im Bereich von Unterzügen.

Schiebetür – Extrem platzsparend und dezent

Ebenso als Klassiker können Schiebetüren bezeichnet werden. Hier sind grob zwei Varianten zu unterscheiden. Die erste Variante muss bereits in der Planungsphase eines Neubaus mitgestaltet werden. Denn die Schiene, auf der sich die Tür bewegt, wird dabei in einen Wandspalt geführt. Die Tür verschwindet beim Öffnen demnach nahezu komplett im Inneren der Wand. Die zweite Variante lässt sich auch nachträglich einbauen, sofern eine ausreichend große Wandfläche direkt neben der Türöffnung genutzt werden kann. Eine Schiene wird oberhalb der Öffnung platziert und reicht mit Türbreite seitlich darüber hinaus. Die Tür wird in die Schiene eingehängt und schließt in einem Rahmen ab, der sich an der Zarge befindet.

Der nachträgliche Einbau einer Schiebetür kann die Nutzungsmöglichkeiten eines Raumes deutlich erweitern. Doch auch im Neubau bestechen Schiebetüren durch ihre elegante, zeitlose Erscheinung. Zudem erleichtern diese Türen den Alltag körperlich eingeschränkter Menschen erheblich, wobei versehentliches Zufallen bei Schiebetüren nicht vorkommt. Im Vergleich zu klassischen Türen ist jedoch insbesondere bei der Neubauplanung zumeist mit höheren Kosten zu rechnen.

Drehfalttüren – Flexibel und ästhetisch

Eine weitere Variante von Raumspartüren ist die Drehfalttür. Im Vergleich kann sie als eine Mischung aus Flügel- und Falttür beschrieben werden. Eine Drehfalttür wird mit Beschlägen an der Zarge befestigt, und auch wie eine übliche Tür mithilfe eines Türdrückers geöffnet und verschlossen. Die Raumeinsparung gelingt häufig durch die Halbierung der Tür in der Mitte. Allerdings kann die Faltung auch abweichend von der Mitte platziert werden. Diese gelenkige Verbindung lässt sich beim Öffnen der Tür einklappen und reduziert somit den Schwenkbedarf des Türblattes bis um die Hälfte.

Dies kann nützlich sein bei Abstellkammern und dort, wo auf engstem Raum kein Platz ist für klassische Türen. Außerdem ist es mit Drehfalttüren besser möglich als bei Falttüren, das Design an die „normalen“ Türen der Umgebung angleichen zu können. Auch unabhängig davon bieten Drehfalttüren eine große Palette an Gestaltungsmöglichkeiten.

Doch vor allem das barrierefreie Bauen zieht Nutzen von Drehfalttüren, denn in puncto Anwendung und Komfort kommt der geringe Schwenkraum beispielsweise Nutzern von Rollstuhl und Rollator deutlich entgegen. Insbesondere beim Nachrüsten sind Drehfalttüren eine innovative und günstige Ausführungsmöglichkeit.

Not macht erfinderisch – Clever und flexibel

Dass schwierige Situationen nicht immer nur mit Notlösungen gemeistert werden können, zeigt das Beispiel der Raumspartür. Mithilfe der verschiedenen Türarten und vielfältigen Gestaltungsvarianten können deshalb optisch ansprechende und intelligente Türkonzepte entwickelt werden. Raumspartüren beeindrucken nicht nur aufgrund ihrer durchdachten Funktionen, sondern gleichen etwaige Mehrkosten gegenüber klassischen Türen durch Funktionalität und Komfort deutlich aus.

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