Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland
Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den Jahren 2009 bis 2011 in Deutschland sehr deutlich gestiegen, allerdings - wie immer - regional höchst unterschiedlich. Auch das Preisniveau pro Quadratmeter selbst weist enorme Abstände auf, es reicht von rund 1.000 Euro und niedriger in einem ostdeutschen Kleinstadtviertel bis zu 6.000 Euro und darüber in begehrten Münchner Lagen.
Entwicklung nach urbaner Attraktivität
In besten Lagen deutscher Großstädte mit mehr als einer halben Million Einwohner gab es in den vergangenen zwei Jahren (Stand: September 2011) Preiszuwächse um mehr als 20 Prozent. Die Daten stammen von den Landesbausparkassen. Bei Bestlagen, die von großen Investoren oder privaten Barzahlern gekauft werden, könnte es noch größere Preissprünge gegeben haben. Und es wird sie voraussichtlich weiter geben, denn kluge Anleger flüchten angesichts der Krisen an den Finanzmärkten, von denen gerade wieder eine im Gange ist, immer häufiger in das "Betongeld". Diese Entwicklung begann im Jahr 2009, als der Dax gerade seinen tiefsten Stand erreicht hatte. Allerdings ist die Anlageentscheidung das Eine, wie sich in einer konkreten Urbanität die Preise für Eigentumswohnungen entwickeln, hat auch mit der Stadt selbst zu tun. Und hier gibt es eine interessante Studie der Universität Mainz.
Shopping-Malls und Stadtbild + Kultur
Das Geographische Institut der Mainzer Gutenberg-Uni untersucht seit Anfang der 2000er Jahre die Innenstädte von Wiesbaden und Mainz, wobei Mainz überwiegend besser abschneidet, und zwar bei Bürgern beider Städte und auch bei Besuchern. Hierbei werden Fußgängerzonen, Einkaufsmöglichkeiten und eine gelungene Innenstadtarchitektur als besonders wesentlich (und in Mainz als sehr gelungen) bewertet, Kultur spielt auch eine, eher eine Na-Ja-Rolle. Das dürfte sich jedoch von Stadt zu Stadt unterscheiden, wer zum Beispiel nach Köln oder Dresden zieht, tut das eher wegen der Kultur (in Köln eher die moderne, in Dresden die ganz barock-klassische). All das beeinflusst die Preise für Eigentumswohnungen. Es gibt noch stärkere Faktoren als nur eine gelungene Shopping-Mall wie in Mainz oder eine Baroque City wie in Dresden. In München und Berlin sind eindeutig der Lifestyle, das urbane Flair auf höchstem Niveau für die Preise verantwortlich. Die Zielgruppe, die auf dem Berliner Ku´damm, der Düsseldorfer Kö und den Münchner Fünf Höfen einkauft, besteht aus denjenigen, die auch Höchstpreise für Eigentumswohnungen zahlen. Aber auch ein Stadtbild zählt, ebenso ein Lebensgefühl an sich, freundliche Menschen, die mehr oder minder gefühlte Sicherheit. Und nicht vergessen werden dürfen die urbanen Verkehrsmöglichkeiten und städtebauliche Maßnahmen, die den Komfort von Stadtbewohnern beeinträchtigen oder erhöhen. Soweit die Universitätsstudie aus Mainz.
Preisüberhitzung in Top-Lagen
In einigen Städten wie Nürnberg gab es Preisentwicklungen von 18 Prozent Zuwachs innerhalb nur eines Jahres (Frühjahr 2010 bis Frühjahr 2011), weit vorn im Ranking liegen wie gewohnt München, Berlin und beispielsweise auch Dresden. Leipzig hingegen stagniert eher, weitere Informationen bei creditolo.de. Da in manchen Top-Lagen der Preisanstieg inzwischen auch Maklern zu stark erscheint, weisen diese auf die sogenannten B-Lagen hin. Auch hier könnten die Preise noch weiter steigen, die Bausparkassen gehen von einem weiteren durchschnittlichen Anstieg für alle Lagen und alle Regionen um 3 Prozent jährlich aus. Diese Zahlen stammen vom Frühsommer 2011, da war die Finanzkrise 2011 (Beginn im August) noch nicht ausgebrochen. Es dürfen also auch gern 4 oder gar 5 Prozent durchschnittlich werden. Das hängt auch mit dem Wohnungsbau selbst zusammen, wie das Manager-Magazin recherchiert hat. Der Fokus lag seit Ende der 1990er Jahre eher auf Eigenheimen, doch es setzt sich ein neues urbanes Denken durch, Stadtwohnungen sind begehrt wie nie zuvor. Daher sollten Investitionen nicht auf die lange Bank geschoben werden, das raten zumindest Experten.
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